Die digitalen FME (auch: DME für digitaler Meldeempfänger, POCSAG-Alarmierung) werden in der Regel auf einem anderen Kanal (vorwiegend im 2-Meter-Band) betrieben, so dass ein großer Nachteil der analogen FME, die Belegung des Sprachkanals, entfällt. Auch ist die Zeit, die zum Alarmieren an sich benötigt wird ungleich kürzer: Nach dem Ansprechen des RIC (Radio Identification Code) des Piepers werden, je nach Betriebsart, entweder eine Kurzmitteilung (ähnlich einer SMS) oder nur einige Codier-Bits übertragen. Die Codier-Bits lösen dann eine auf dem Melder hinterlegte Sprachdatei aus (z. B. Probealarm oder Brandeinsatz). Auch eine Kombination beider Arten ist denkbar. Gespeicherte Sprachdateien hoher Qualität ermöglichen unverzerrte und klare Übermittlung der Einsatzbefehle.

Ob eine hinterlegte Sprach- oder Textmeldung oder ein von der Leitstelle versendeter Freitext ausgegeben wird, ist abhängig von der Baustufe des DME. Geräte der Baustufe 1 (DME I) haben lediglich hinterlegte Schlüsselwörter, DME-II-Geräte können Freitexte empfangen und anzeigen. Die maximale Ausbaustufe bietet ein DME-III-Gerät, der den empfangenen Text mit Hilfe eines im Gerät hinterlegten Lexikons in Sprache umwandelt und dann akustisch wiedergibt. Die neueste Entwicklung ist ein Duo-Gerät, welches den Text vorliest und zusätzlich im Display anzeigt.

In vielen Funknetzen ist zusätzlich eine Heimatnetzkennung (nur in Swissphone-Netzen) freigeschaltet. Diese ermöglicht es dem Benutzer festzustellen, wann er sich außerhalb seines Alarmierungsnetzes befindet, die Feldstärkenanzeige muss nicht freigeschaltet werden. Sie sucht nur nach einem Signal, das der digitale Alarmumsetzer (DAU) in der Regel alle drei Minuten aussendet (Token-Ring-Signal). Einige DME verfügen über Rückruf-Funktion oder eine Bestätigung mittels einer Bluetooth-Anbindung an ein Mobiltelefon ans Netz zurückzusenden, so dass bei der Alarmierung der Disponent auf der Leitstelle direkt die Effizienz der Alarmierung beurteilen kann. Allerdings hat sich dies als nicht praxisgerecht herausgestellt, weshalb Pager mit integriertem GSM-Modul in der Entwicklung sind. Dank eingebautem GPS sollen mit diesen auch positionsbezogene Alarmierungen und Positionsabfragen möglich sein.

In der POCSAG-Alarmierung gibt es zusätzlich noch die Möglichkeit einer sogenannten Expressalarmierung. Bei dieser Alarmierungsart wird der Meldeempfänger durch einen programmierten Radio Identification Code (RIC) ausgelöst, jedoch versendet die Leitstelle noch keinen Text. Der Alarmierungstext kommt nach erfolgter Alarmierung in Form eines Text-RICs. Dieser RIC ist auf allen DME programmiert und wird nur ausgewertet, wenn der DME vorher durch den normalen RIC ausgelöst wurde. Dadurch können mehrere RICs schnell hintereinander ausgelöst werden, was eine fast zeitgleiche Alarmierung der benötigten Einsatzkräfte ermöglicht.

Nach der Einführung des bundesweiten TETRA-Digitalfunknetzes BOSNET werden nach und nach die 4-m-Frequenzen, auf denen heute noch die analoge Alarmierung mit 5-Tonruf erfolgt aufgegeben. Eine finanziell vertretbare Übergangszeit von ca. zehn Jahren wird den Beschaffern etwas Zeit zur Orientierung geben. Bis dahin sind die grundsätzlichen Fragen zu klären wie:

  • Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) versteht sich auch als bundesweiter Betreiber des Call-Out-Netzes, also Tetra-Pager mit Bestätigungsfunktion.
  • Anmietung von Paging-Dienstleistungen beim einzigen Anbieter E-Message (0,7-m-Band)
  • Aufbau eines individuellen POCSAG Alarmnetzes je Landkreis (digitale Alarmierung im 2-Meter-Band)
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