B4 / T3Y - Verkehrsunfall B30 Urbachviadukt

Brandeinsatz > Brandmeldeanlage (Fehlalarm)
Technischer Einsatz
Einsatzort Details

47.90951906278337, 9.76405126042225
Datum 01.03.2022
Alarmierungszeit 23:19 Uhr
Alarmierungsart dringend
Einsatzleiter A.Burkhardt
eingesetzte Kräfte

Feuerwehr Bad Waldsee Abt. Stadt
Feuerwehr Aulendorf
Feuerwehr Haisterkirch
Feuerwehr Reute-Gaisbeuren
Feuerwehr Mittelurbach
Feuerwehr Michelwinnaden
Feuerwehr Bad Wurzach
Feuerwehr Ravensburg
Feuerwehr Weingarten

Einsatzbericht

https://www.feuerwehrmagazin.de/nachrichten/frontal-in-sattelzug-gefahren-113574

Am späten Dienstagabend wurden wir mit dem Alarmstichwort B4 Dachstuhlbrand alarmiert. Aufgrund mehrerer Notrufe mit unterschiedlichen Meldungen musste zunächst von zwei Einsatzstellen mit einem Brand und einem Verkehrsunfall ausgegangen werden. Da diese Räumlich nahe beieinanderlagen, konnten die ersten Kräfte feststellen, daß es sich um einen Verkehrsunfall mit Brand handelte. Der Dachstuhlbrand war eine Täuschung aufgrund des großen Feuerscheins.

Auf der B30 waren auf dem Urbachviadukt ein PKW und ein voll beladener Sattelzug frontal und mit großer Wucht zusammengestoßen. Beide Fahrzeuge fingen sofort Feuer. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte standen beide Fahrzeuge in Vollbrand. Das massive Trümmerfeld erstreckte sich über mehr als 200m.
Der LKW Fahrer konnte sich schwer verletzt aus seiner Kabine retten, er wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Für den PKW Fahrer kam leider jede Hilfe zu spät.

Mit einem massiven Löschangriff wurde die Brandbekämpfung eingeleitet, welche aufgrund der starken Rauchentwicklung nur unter Atemschutz ausgeführt werden konnte. Für größere Probleme sorgte die Ladung des LKW, welche aus verschiedenem Stückgut bestand. Darunter befanden sich auch mehrere Fässer mit einem Flüssigen Gefahrstoff.
Das abfließende Löschwasser sowie größere Mengen ausgelaufener Betriebsstoffe wurden durch die Entwässerungsanlage der Brücke in einem Auffangbecken gesammelt und später in einen Tank umgepumpt.

Für die sehr Personal- und Materialintensiven Lösch- und Aufräumarbeiten wurden zahlreiche Feuerwehren und sonstige Einsatzkräfte alarmiert.

In der ersten Phase des Einsatzes wurden vorallem Wasserführende Fahrzeuge benötigt, im weiteren Verlauf eine größere Anzahl an Atemschutzgeräten und aufgrund des unbekannten Gefahrgutes auch der Gefahrgutzug der Feuerwehr Ravensburg. Ebenso jeweils mehrere Fachberater Chemie, Umwelt, Bau, Notfallseelsorge und Öffentlichkeitsarbeit des Landkreises.

Ein Polizeihubschrauber dokumentierte das Einsatzgeschehen aus der Luft. Die Führungsgruppe der Feuerwehr Bad Waldsee koordinierte und dokumentierte den gesamten Einsatz.

Oberbürgermeister Matthias Henne und der stellv. Kreisbrandmeister Claus Erb machten sich noch in der Nacht ein Bild von den Einsatzmaßnahmen.
Die DRK Bereitschaften Aulendorf und Bad Waldsee sorgten für die Verpflegung der Einsatzkräfte mit Essen und Trinken. Polizei und Gutachter leiteten die Ermittlungen zur Unfallursache ein. Kräfte der Straßenmeisterei richteten eine Umleitung ein und unterstützten vor Ort die Maßnahmen.

Am Einsatz beteiligt waren rund 170 Einsatzkräfte der Feuerwehr Bad Waldsee mit allen Abteilungen, der Feuerwehren Aulendorf, Bad Wurzach, Baienfurt, Weingarten, Ravensburg und Friedrichshafen mit rund 35 Fahrzeugen.

Die Einsatzmaßnahmen der Feuerwehr dauerten bis 9.30Uhr, anschl. folgten noch längere Aufräumarbeiten.

Die B30 bleibt lt. Polizei vorauss. bis Do. 03.03. nachmittags zwischen den Ausfahrten Bad Waldsee - Nord und Süd voll gesperrt. Der ausgebrannte LKW wurde noch am Mittwochabend geborgen, am Do. muss die stark beschädigte Fahrbahn gereinigt und repariert werden.

Es handelte sich um den größten Feuerwehreinsatz in unserem Einsatzgebiet seit Dez. 2019. Damals war ebenfalls auf der B30 ein LKW mit Gefahrgut verunglückt und in einem Wasserschutzgebiet einen Abhang hinunter gestürzt.

 
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