Bad Waldsee - Nach der Schauübung auf dem Rathausplatz versammelten sich die Bad Waldseer Feuerwehrleute der Abteilung Stadt im großen Saal des Feuerwehrhauses (Ballenmoos) um den Kirbemontag ausklingen zu lassen. Nach den umfassenden Berichten wurden die neuen Ausgehunimformen vorgestellt. Bild: 2. von links Kreisbrandmeister Oliver Surbeck, um Conny Zehrer scharen sich Bad Waldseer Feuerwehrleute, bekleidet mit der neuen Ausgehuniform.

Bevor die kräftigende Mahlzeit gereicht wurde, informierte in einem einstündigen Vortrag Kommandant Alois Burkhardt über Entwicklungen und Leistungsbilanz bei der Stadtwehr Bad Waldsee. Die Darstellung bezog sich auf den Zeitraum von Oktober 2013 bis heute. Bekanntlich wird dann bei der Jahreshauptversammlung im Frühjahr die Gesamtbilanz aller Abteilungen - also Stadt, Reute-Gaisbeuren, Haisterkirch, Michelwinnaden und Mittelurbach – vorgestellt werden. Alois Burkhardt hatte eine aufschlussreiche, detaillierte Bilanz vorgetragen, die durch eine Power-Point-Präsentation (Tobias Forcher) wirkungsvoll und anschaulich ergänzt wurde. (Siehe Darstellung unten iun Kursivschrift)

Die Übermittler der Grußworte stellten in erster Linie das „Dankeschön" und „Vergelt´s Gott" in der Vordergrund und würdigten in vielfacher Form das ehrenamtliche Engagement der acht Feuerwehrfrauen und 76 Feuerwehrmänner der Abteilung Stadt, zu der als neuer Feuerwehrmann Harald Boos (Bauhof) gestoßen ist.

Bürgermeister Roland Weinschenk betonte in seinem Grußwort, dass die Stadt Bad Waldsee sehr wohl die Leistung der Freiwilligen Feuerwehr zu schätzen weiß, denn der Schutz unserer Bürger ist ein hohes Gut und wird von der FFW rund um die Uhr gewährleistet.

Stadtverwaltung und Gemeinderat werden auch zukünftig, wie auch dieses Jahr durch Neu- und Ersatzbeschaffungen bewiesen, wohlwollende Unterstützung gewährleisten. „Wir schätzen ihren Einsatz zum Gemeinwohl und freuen uns auch über die aktive Jugendarbeit und ihre Nachwuchsförderung", merkte Bürgermeister Roland Weinschenk an.

Kreisbrandmeister Oliver Surbeck, ein stets gern gesehener Gast, brachte ein Thema zur Sprache, auf das auch Kommandant Alois Burkhardt in seinem Referat hingewiesen hatte: „ Hier in der Region, als Beispiel dient da Bad Waldsee bestens, wird ungemein viel auf ehrenamtliche Schultern verlagert, was in anderen Regionen des Landes von Hauptamtlichen geleistet wird."

Surbeck wusste auch zu berichten, dass die Bad Waldseer Wehr extrem hoch belastet ist durch Verkehrsunfälle. Die Zahl der geretteten Personen - insgesamt 42 - bezeichnete er als außergewöhnlich hoch und zeige auf, wie vorbildlich die Ehrenamtsleistung hier ist und welche vielfältigen Formen an Rettungsmaßnahmen inzwischen zu bewältigen sind und waren. Hier gelte es durch stete Fortbildung die Qualität der Rettungsmaßnahmen zu gewährleisten und den Anforderungen gerecht zu werden, denn die Rettungseinsätze nehmen eher zu und benötigen professionelle Unterstützung. Höchstes Lob aus berufenem Mund spendete er dem Kommandanten und seinen Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden für die geleistete Nächstenhilfe.

An die verantwortlichen Kommunalpolitiker gewandt, bat er um weitere Unterstützung der Bad Waldseer Feuerwehr.

Der Leiter der Bad Waldseer Polizei Bernd Berger lobte die unkomplizierte und professionelle Zusammenarbeit bei 85 Einsätzen im Zusammenwirken mit der Feuerwehr Bad Waldsee. „Die Zusammenarbeit war immer sehr gut", erklärte der Bad Waldseer Polizeichef.

„Feuerwehrmutter" Conny Zehrer wies darauf hin, dass allein schon die Vielzahl der Besucher bei den diesjährigen Schauübungen aller Bad Waldseer Wehren, Zeugnis davon gebe, wie hoch die Wertschätzung der Feuerwehren in der Bevölkerung sei. „Was wären wir ohne Feuerwehr? Wir sind froh, dass wir euch haben" betonte Conny Zehrer. Sie bat dann einige Feuerwehrmänner mit den bislang angeschafften neuen, schmucken Ausgeh-Uniformen (bislang insgesamt zehn) nach vorne, um die Neuanschaffung zu präsentieren. Ein Umtrunk mit gepfeffertem Tomatensaft gehörte dazu.

„Die sehen ja so schick aus wie Piloten" merkte jemand an, „nur Streiks kommen bei Feuerwehrleuten nie infrage!"

Wolfgang Gold, langjähriger Pressemann der Feuerwehren im Landkreis, bekam für seine humorvollen Worte noch ein versprochenes Präsent – eine Tüte mit Magenbrot – überreicht.
Das Schlusswort hatte dann wieder Kommandant Alois Burkhardt. Seinen Dank richtete er an alle Gekommenen ( Kommandanten der Nachbarstädte und Gemeinden, Ehrenkommandanten, Partnerinnen und Partner, Stadtverwaltung, Gemeinderäte, Vertreter der Hilfsorganisationen und Kirchen).

Jahresbilanz bei der Abteilung Stadt

Insgesamt 185 Einsätze, davon 70 Brandmeldungen, 47 technische Hilfeleistungen und 68 technische Hilfeleistungen (sogenannte Bagatellfälle)

Bei den Bränden handelte es sich um 4 Großbrände, 13 Mittelbrände, 5 Kleinbrände der Kategorie B und 9 der Kategorie A.

Auffallend waren 2 bis 5 Containerbrände an drei aufeinanderfolgenden Nächten.

Bei den Bränden wurden insgesamt 8 Personen über Leitern bzw. Fluchthauben gerettet.

Bei den technischen Hilfeleistungen erfolgten 10 im Überland-Bereich. Hohen anteil hatten Verkehrsunfälle (19) und Türöffnungen (16).

Bei den technischen Hilfeleistungen ohne Großalarm nahm die Sicherung und Beseitigung von Ölspuren (36 mal) viel Zeit in Anspruch. Auch zu Hauseinbrüchen wurde die Feuerwehr 5 mal gerufen.

Zum Personal: Insgesamt 7 Feuerwehrangehörige sind momentan beurlaubt. Die Tagesverfügbarkeit wird derzeit durch 34 Feuerwehrangehörige gesichert.

Insgesamt 42 Personen wurden gerettet, davon 8 bei Bränden, 18 bei Verkehrsunfällen, 18 bei Türöffnungen und 3 in anderen Situationen. Leider sind insgesamt 5 Todesfälle zu beklagen, davon 4 bei Verkehrsunfällen.Die Statistik zum Einsatzaufkommen belegt, dass am Wochenende die meisten Hilfeleistungen erfolgten.

Fortbildung: 50 Pflichtproben, Maschinistenausbildung (25), DLK (A)-Ausbildung (20), Sonstige Übungen (Jugendfeuerwehr..) (8).

Erstmals fand auch eine Arbeitgeberversammlung statt mit Ehrungen für Arbeitgeber, die die Feuerwehr aktiv unterstützen. In Vorbereitung steht ein Workshop für Schüler und Auszubildende.

Text und Bilder von Rudi Martin

Lesen Sie auch den Bericht im Amtsblatt der Stadt Bad Waldsee!

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