Bad Waldsee (ml) – Gemeinsame Übung von Feuerwehr und THW

Am Montagabend führten die Freiw. Feuerwehr Bad Waldsee und das Technische Hilfswerk (THW) aus Weingarten eine gemeinsame Übung an einem Abbruchhaus in der Bahnhofstraße durch.

Mit dem Alarmstichwort „Brand nach Gasexplosion, mehrere Personen vermisst“ rückten die ehrenamtlichen Einsatzkräfte an. Zunächst kam der Löschzug der Feuerwehr zum Einsatz. Mehrere Trupps unter Atemschutz suchten das Gebäude nach den Vermissten Personen ab, welche alle innerhalb kürzester Zeit aufgefunden und gerettet werden konnten. Der angenommene Brand wurde ebenfalls schnell gelöscht. Die Nachbargebäude wurden gleichzeitig durch den Einsatz eines Wasserwerfers auf der Drehleiter geschützt.

Parallel dazu wurden die Einsatzkräfte des THW in die Übung eingebunden. Da angenommen wurde das das Gebäude durch die Gasexplosion teilweise eingestürzt ist, rückten diese mit dem erst kürzlich in Dienst gestellten Einsatzstellen-Sicherungs-System (ESS) an. Von diesem höchst sensiblen Lasermessystem gibt es nur 15 Stück in ganz Deutschland und nur eines in Baden-Württemberg. Das THW Weingarten ist damit Teil eines Projektes über den praktischen Einsatz dieses Systems. Es kann minimalste Bewegungen registrieren, welche für das menschliche Auge unsichtbar bleiben.

Dazu wurden mit Hilfe der Drehleiter an der Außenfassade des Gebäudes vier Messspiegel angebracht, welche anschließend per Lasermessgerät vermessen wurden. Ein spezielles Computerprogramm kann die Messergebnisse sofort analysieren und grafisch darstellen. Das ESS wird in Zukunft u.a. bei Einsturzgefährdeten Gebäuden, drohenden Erdrutschen oder Felsstürzen zum Einsatz kommen.

Um an dem Abbruchgebäude die Bewegungen zu simulieren, war der Baggerfahrer des Abbruchunternehmens Hinder aus Reute nach Feierabend ebenfalls zur Übung gekommen. Er drückte mit der Baggerschaufel auf der Rückseite des Hauses an die Außenwände und den Giebel. Während man auf der anderen Hausseite mit bloßem Auge nichts sehen konnte, registrierte das Messinstrument eine Bewegung der Mauern von mehreren Zentimetern. Im Ernstfall wären dies wichtige Informationen über die Stabilität des Gebäudes.

An der Übung nahmen auch die Feuerwehr „Fachberater Bau“ des Landkreises Ravensburg teil. Sie bewerteten anhand der Messergebnisse die Situation, und berieten die Einsatzleitung über die zu ergreifenden Maßnahmen.

Der Aufbau des Einsatz-Gerüst-Systems welches auch nach dem Brand 2012 in der Ravensburger Straße zum Einsatz kam, wurde wegen eines heranziehenden Gewitters und entsprechender Wetterwarnungen aus Sicherheitsgründen abgebrochen.

Bei einer Nachbesprechung im Gerätehaus zeigten sich alle Beteiligten zufrieden mit der Übung. Die Zusammenarbeit hat sehr gut funktioniert und es konnten wertvolle Erfahrungen gesammelt werden. Für die Zukunft sind weitere gemeinsame Übungen geplant.

An der Übung beteiligt waren die Feuerwehr Bad Waldsee mit acht Fahrzeugen und 35 Einsatzkräften, vier Fachberater Bau und das THW Weingarten mit drei Fahrzeugen und 15 Einsatzkräften.

Zahlreiche Zuschauer verfolgten interessiert das Geschehen. Für die Dauer der Übung musste die Bahnhofstraße rund zwei Stunden gesperrt werden, der Verkehr wurde örtlich umgeleitet.

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Text und Fotos:        Matthias Lessig – Feuerwehr Bad Waldsee - Öffentlichkeitsarbeit

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